Berichte

STERNSTUNDEN EINES KARPFENANGLERS von Marc Fähnrich

tte Mai erreichte das gesamte Badgersteam via Whats App eine Sprachnachricht, die alle aufhorchen ließ. Marc meldete sich zu Wort und berichtete über hochgewichtige Fänge innerhalb weniger Stunden, die schon fast an ein Wunder grenzten. Solch eine Fangserie hinzulegen machte uns unfassbar sprachlos. Was sich am selben Tag nur wenige Stunden später nochmals abgespielte, war schier unfassbar. Wohlmöglich eine einmalige Situation. Daher berichtet Marc in seinem einzigartigen Update über seine Taktik und Vorgehensweise und gibt uns Einblicke, wie man sich während solch einer Odyssee fühlt.

Bild 1

Ende April saß ich zuhause und plante meine Angeltage im Mai. Drei Grundfragen stellte ich mir bei meiner sehr perfektionierten aber mitlerweile sehr vertrauten Vorbereitung.
Wann kann ich strategisch am besten meine wenige Zeit am Wasser verbringen?
Wann kann ich die Futterplätze vorbereiten?
Wie bereite ich die Futterplätze vor?

Bild 2

In der Regel fahre ich immer gegen späten Abend raus ans Wasser. Das hat mehrere Vorteil. Zum einen umgehe ich dem enorme Verkehrsaufkommen, zum anderen kann ich so viel mehr Eindrücke am Wasser aufnehmen.
Höre und sehe ich Fischaktivität durch Springen oder Buggeln an der Wasseroberfläche, verzichte ich mittlerweile ganz auf mein Echolot und Elektromotor. Ebenso laute Futteraktionen umgehe ich durch leises und weniges Füttern.
Nach dieser Vorgehensweise plante ich meine Angeltage. Es konnte losgehen.
Doch nach vier Blanksessions in Folge zu Beginn des Monats, war es für mich schwer weiterhin Vertrauen und Fleiß in das extrem schwierige Angeln zu investieren.
Als sich mir mitte Mai jedoch ein Zeitfenster von 2 Nächten öffnete, kam alles anders als gedacht.

Bild 3

Nach einer etwas längeren Geburtstagsfeier am Mittwochabend, konnte ich gegen halb zwölf Nachts mein gesamtes Tackle aufbauen. Die Ruten wurden auf den wiedermals gut vorbereiteten Spods abgelegt. Ich versuchte mein Glück auf einer kleinen krautfreien Kante auf ca. 3.2m Wassertiefe. Meine andere Rute legte ich Instant auf Sicht in circa 60cm tiefen Wasser auf sehr sandigen Untergrund.Dass ich so flach fischte hatte einen Grund:
Einen Tag zuvor fuhr ich gegen späten Nachmittag nochmals mit meiner Polbrille raus ans Wasser um die Fische bei hochstehender Sonne zu lokalisieren. Dies gelang mir und ich sah, dass sie sich wohl noch nicht (oder nicht mehr) im Laichgeschäft befanden. Vermehrt schwammen diese aktiv im Flachwassergebiet umher. Ich entschied meinen einen gut vorbereiteten Angelplatz aufzugeben um in der extremen Flachwasserzone am Folgetag mein Glück Instant zu versuchen. Was sollte denn auch schiefgehen.

Bild 4Bild 5

Die etwas tiefere Rute fischte ich mit einem Liva 20mm und on Top einen kleinen halbierten gelb/ blauen Popi. Die auf Sicht gelegte Rute plazierte ich mit einem 24mm Nut2Bad Hooker gepimpt mit Powder aus der Nut2Bad Range. Hinzu fütterte ich vier große Ballen Feed Cloudz  und ein paar Boilies gemischt mit Partikeln.

Es dauerte bis zum frühen Vormittag des Folgetages, als sich meine Flachwasserrute auf über 700m Entfernung meldete. Fullrun!
Der Plan schien aufzugehen! Der erste gute Fisch war nach einem tollen Drill gelandet. Gegen 12Uhr kündigte sich mein Freund Halco an der mit mir und meiner Freundin Larissa den erste Fisch ablichten wollte.

Bild 7

Der Anfang war gemacht! Ein makelloser Schuppenkarpfen und dann gleich mit etwas über 25kg konnte ich mit meiner Freundin Larissa in die Kamera halten. Unser erster gemeinsamer Fisch über 25kg.
Während der Fotosession meldete sich wiedermals die im Flachwasser gelegte Rute mit einzelnen Piepern. Wir hatten gerade den Fisch wieder schwimmen gelassen rannte diese auch schon wieder ab! Wahnsinn!
Larissa und ich aufs Boot, schließlich hatten wir ja beiden noch unsere Wathosen an.
Während Larissa so schnell kurbelte wie sie konnte, düste ich mit Vollgas dem Fisch entgegen.
Wir waren mächtig stolz einen tollen Schuppenkarpfen mit etwas über 18kg zusammen fangen zu dürfen.

Bild 8

Nach dem zweiten Fisch in wenigen Stunden mussten wir erstmal das geschehene realisieren.
Bei ordentlichem Grillfleisch, kühlen Getränken und frisch gebackenem Brot, ließen wir drei uns den Nachmittag gutgehen.
Gegen Abend brachte ich wieder die Ruten auf die Spods. Mit dabei wieder wenige Hände Boilies und Feed Cloudz in Form von Futterballen.
Der Abend verlief wie immer sehr ruhig. Die Stechmücken aber waren zu abermillionen unterwegs und wir verkrochen uns relativ früh in unsere Zelte.
Gegen 4 Uhr morgens meldete sich meine Futterplatzrute mit einem heftigen Dauerton.
Nach einem verhaltenen Drill fuhr ich mit einem meiner längsten je gefangenen Schuppenkarpfen zurück zu Halco.
Ich griff ein vorgebundenes Rig und war schon wieder auf dem Weg, zu dem etwa 450m entfernten Spod. In der Beiszeit muss alles sitzen. Kaum zurück rannte auch schon Halcos Rute vor einer massiven Krautbank ab.
Ein Morgen, der nicht hätte besser laufen können.

Bild 9Bild 10

Mit aufgehender Sonne fotografierten wir unsere beiden Fische. Doch jetzt ging es erst so richtig los.  Ein Morgen den ich nie mehr vergessen werde!

Punkt halb 10 rannte wieder die Flachwasser Rute ab. Ich nahm die Rute auf, rein ins Boot, Vollspeed dem Fisch entgegen. Auf halben Weg schrie Halco das auch meine andere Rute losrannte.
Was ging denn jetzt ab?
Ich ließ mich nicht aus der Ruhe bringen und fuhr weiter Richtung Fisch. Ein hammer Drill im Freiwasser wartete auf mich und ich war zum Glück der Sieger. Ein riesen Schuppenkarpfen mit erneut über 25kg lag auf meiner Matte.
Schnell fuhr ich zurück zu Halco. Er hatte bereits alles vorbereitet um den Fisch zu versorgen.
Fisch aus dem Kescher, rein in die Schlinge. Ich baute schnell den Kescher wieder zusammen und legte die Abhakmatte auf mein kleines 1.70m Raptor.
Und ab wieder raus richtung Fisch. Ich kurbelte so schnell ich konnte die Geflochtene auf meine Spule. Der Fisch hatte bereits einen riesigen Radius gezogen und ich musste mehrfach meine Schnur aus massiven Krautbüscheln befreien.
Als ich über dem Fisch stand, war mir klar hier wieder einen Ausnahmefisch am anderen Ende meiner Leine zu haben. Unerbittlich stand er unter meinem Boot.
Ab dem Moment, in dem ich diesen riesigen Schuppenkarpfen unter meinem Boot sah, bekam ich weiche Knie!
Mit gingen alle ,,Worst-Case” Szenarien durch den Kopf, doch kurzum, es ging alles gut und ich konnte einen wahren Ausnahmefisch in meinen Kescher gleiten lassen. Wahnsinn, was ein Nacken!

Bild 11

Ein ausgewachsener Freudenschrei war über den ganzen See zu vernehmen. Endstufe!
Zurück am Ufer musste ich erstmal durchatmen. Die Fische waren in der Schlinge um mir und Halco einen Moment der Ruhe zu gönnen. Dieser war auch zwingend notwendig!
Was in dieser Stunde abgelaufen war, kann man in keinster weise in Worte fassen oder Schrift niederschreiben!
Mein guter Freund Marc kam extra zu mir gefahren, um diesem Moment mit uns zu teilen.

Bild 12

Wir entschieden uns zuerst den etwas kleineren Schuppi zu fotografieren. 
Ein standorttreuer Fisch, den ich letzten Herbst schon mal fangen durfte, exakt mit dem selben Gewicht! Mit etwas über 26kg ein wahnsinnig toller Fisch. Doch wir wussten, es wird noch dicker kommen!


Bild 13

Der zweite Schuppenkarpfen dieser Dublette war mit über 30kg ein Berg von Fisch.
Mein zweiter Fisch in dieser Gewichtsklasse die nicht hätten unterschiedlicher sein können. Ich war überwältigt! Sprachlos und glücklich zugleich!

Bild 14

Dieses Brett mit 32,7kg war die absolute Belohnung für all die Mühen und für mich der Beweis, alles richtig gemacht zu haben.
Nach dem Releasen des Giganten musste ich mich erstmal in mein Stuhl setzen und tief durchatmen. Marc und Halco feuerten unseren kleinen Grill erneut an um uns erstmal mit leckerem Grillfleisch zu stärken.
Bis in die Abendstunden saßen wir einfach da und waren alle Happy, solch einen Moment miteinander teilen zu dürfen.

Bild 15

Halco musste Privat weg, Marc war ja nur zu Besuch bei mir war. Doch Lars, einem Jungangler, der mir noch bis in die späten Abendstunden die Treue hielt, erklärte ich Vorfächer, Futtertaktiken und eben das allgemeine Karpfenangeln.
Gegen kurz nach 20 Uhr rannte wieder die vor kurzem neu gelegte Flachwasserrute ab!
Das jetzt Geschende war absolut surreal und wird mir mit sicherheit nie in Vergessenheit geraten.
Ich kescherte wieder einen Ausnahmefisch ab. Das glaubt mir doch kein Mensch!
Zurück am Ufer erwarteten mich schon Lars und seinem Vater, der eigentlich nach Hause müsste. Doch jetzt musste er bei schwierigen Bedingungen nochmals meine Spiegelreflexkamera in die Hand nehmen um zumindestens eins, zwei Bilder für meine Galerie zu machen. Wir wogen den Fisch gemeinsam und waren über 30.2kg einfach sprachlos.
Mein zweiter Fisch über 30kg in einer Session, mein dritter Fisch über 30kg, es schien mir schier unmöglich!

Bild 16

Wie viele Angler hätten diesen riesen Fisch bis in die Morgenstunden für DAS perfekte Foto gesackt?
Ich weiß es nicht! Für mich war das der perfekte Moment mein Glück in einem Bild fest zu halten.
Eine Session die verrückter und schwerer zugleich niemals mehr ausfallen wird!
Eben die perfekten 24 Stunden!

Zum Schluss möchte ich mich bei allen Anglern, Freunden für die wahnsinnig vielen Nachrichten und Telefonate bedanken. Noch immer fehlen mir die Worte das ganze Geschehen richtig zu  realeren.
Ich hoffe ich habe euch auf meine kleine Reise mitgenommen und konnte euch meine Odyssee etwas näher bringen.
Weiterhin euch allen viel Petri Heil und tolle Stunden am Wasser.
Marc Fähnrich

So finden Sie uns!

Zahlungsarten

Die Bezahlung kann über PayPal, Klarna oder Vorkasse per Überweisung erfolgen.

paypalvorkasse 

    

Versand

DHL rgb 120px

Der Versand erfolgt über DHL innerhalb von
5 Werktagen nach Zahlungseingang.